1 Jahr, 14 Länder – Victorias Weltreise mit Diabetes [Gastbeitrag von In Plain Sight] Teil II

1 Jahr, 14 Länder – Victorias Weltreise mit Diabetes [Gastbeitrag von In Plain Sight] Teil II

Ohne große Umschweife geht’s weiter mit dem zweiten Teil von Victorias Bericht über ihre Weltreise mit Diabetes, die sie auch auf ihrem Blog „In Plain Sight“ festgehalten hat. Den ersten Teil des Gastbeitrags findet ihr übrigens hier 🙂


1 Jahr, 14 Länder – Victorias Weltreise mit Diabetes
Teil II: On the Road!


Diabetes-Management auf Weltreise

Unterwegs fiel es mir eigentlich relativ leicht, meinen Diabetes zu managen. Wenn ich Stress habe, merke ich das ziemlich stark an den Blutzuckerwerten – daher ist es für mich im normalen Alltag fast schon schwieriger, den Blutzucker unter Kontrolle zu halten, als auf Reisen. Auch mit der Zeitverschiebung und der Umstellung meines Biorhytmus hatte ich zum Glück nicht so viele Probleme, weil ich morgens und abends fast gleich viel Basal spritze.
Spannender war es zum Teil natürlich mit dem fremden Essen: Wie rechnet man Avocado? Wie wirken sich Mango und Wassermelone in großen Mengen aus? (Gerade letzteres ist bei mir leider fast so wirksam wie Traubenzucker…) Wie berechne ich Maistortillas, Bollo (ein typisch kolumbianischer Brei aus Mais) oder die fürchterlich süßen Süßigkeiten in Südamerika? Mit häufigerem Kontrollieren hat aber auch das ganz gut funktioniert. Und manchmal muss man einfach auch mal ein Auge zudrücken 😉
Meine grundsätzliche Erkenntnis ist, dass mir viel Sonne und kein Stress sehr gut tun – ich sollte vielleicht mal mit meiner Krankenkasse über die Übernahme einer entsprechenden Therapie reden 😝


Diabetes-Pannen und Herausforderungen

Diabetes-Pannen hatte ich während der Reise eigentlich keine. Ich habe gelernt, einfach Ruhe zu bewahren: Am Ende wird’s schon irgendwie funktionieren!
Gerade in Südamerika war das Thema Diabetes ziemlich präsent. Ähnlich wie hier in Deutschland haben viele Apotheken damit geworben, dass man bei ihnen den Blutzucker messen lassen kann und somit hatte ich nicht das Gefühl, dass mir nicht geholfen werden kann, falls es mir nicht gut geht. Außerdem war ja mein Freund bei mir, der sich schon gut mit meiner Krankheit auskannte und weiß, was zu tun ist, wenn ich mal unterzuckert bin. Zum anderen kann einem hier in Deutschland ja auch der falsche Arzt im Krankenhaus begegnen, wenn wirklich mal was ist.

Ziemlich unberechenbar war aber die Wanderung zum Machu Picchu, welche 4 Tage gedauert hat. Auf über 3.500 Höhenmetern wusste ich zum Teil einfach nicht, ob ich nur erschöpft bin oder unterzuckert. Nach 3 Stunden Anstieg auf 4.000 Meter Höhe hatte ich da leider auch eine böse Überraschung, als ich gemessen habe und auf dem Display 36 stand. Nach einer Pause und 2 Snickers ging es aber zum Glück wieder weiter. Ich versuche in solchen Momenten, nicht zu viel gegenzusteuern, sondern einfach nur aus den tiefen Werten rauszukommen. Mit den hohen Werten danach beschäftige ich mich später.


Diabetiker – sie sind überall!

Eine nette Anekdote für mich war, als wir auf einem abgelegenen Campingplatz in Neuseeland einen 63-jährigen Engländer getroffen haben, der auch Diabetes hatte. Er war mit einem luxuriösen Campervan unterwegs und wir schliefen im Kofferraum unseres Kombis, welchen wir für stolze 2.400 NZ$ bei über 200.000 km auf dem Tacho gekauft hatten. Am Morgen haben wir am gleichen Tisch gefrühstückt und er hat uns Orangensaft angeboten. Da ich aber dafür nicht gespritzt hatte, habe ich abgelehnt. Im Laufe des Gesprächs hat er dann erzählt, dass er grade unterzuckert war und deswegen O-Saft getrunken hat. Als ich dann erzählt habe, warum ich den Saft abgelehnt hatte, war er ganz überrascht, dass wir mit einem einfachen Auto unterwegs waren: Denn er hatte extra das teure Gefährt gemietet, damit er immer einen Kühlschrank für sein Insulin hat. Ich habe ihm dann von den Frio-Kühltaschen erzählt (schon wieder 😝) und dass es dem Insulin auch nichts tut, wenn es mal bei Außentemperatur und ungekühlt im Rucksack ist.


Was Diabetes und Reisen angeht, hat mir diese Reise wieder gezeigt, dass mit der richtigen Planung und etwas Improvisation alles irgendwie funktioniert. Und da Reisefieber und Fernweh wohl auch chronisch sind, verabschiede ich mich hiermit wieder nach Südamerika – diesmal nach Ecuador!

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