1 Jahr, 14 Länder – Victorias Weltreise mit Diabetes [Gastbeitrag von In Plain Sight] Teil I

1 Jahr, 14 Länder – Victorias Weltreise mit Diabetes [Gastbeitrag von In Plain Sight] Teil I

Heute habe ich einen Gastbeitrag von Victoria für euch, die 2014 mit Diabetes Typ 1 im Gepäck auf Weltreise war. Dabei hat sie Mexiko, Belize, Peru, Bolivien, Chile, Kolumbien, Argentinien, Uruguay, Neuseeland, Australien, Malaysia, Thailand, Vietnam und Hongkong bereist und die Erlebnisse auf ihrem Blog „In Plain Sight“ festgehalten.
Da Victoria – im Gegensatz zu Michi, der Backpacking mit Work&Travel kombiniert hat – dabei nie dauerhaft an einem Ort blieb (und ich total auf Weltreisegeschichten stehe), war das für mich Grund genug, alles wissen zu wollen! Los geht’s
😊


1 Jahr, 14 Länder – Victorias Weltreise mit Diabetes
Teil I: Planung ist alles.


Weltreise mit Diabetes – wie kam es dazu?

Auf die Idee mit der Weltreise sind mein Freund und ich irgendwann gekommen – aber lange war das nur so ein Wunschtraum, allein schon, weil das Geld nicht da war. Irgendwann hatten wir dann genug gespart, haben angefangen zu planen und den Job gekündigt – nur 3 Monate später ging es dann schon los! Der Diabetes hat mich an der Idee nie zweifeln lassen. Ich war direkt nach dem Abi ein halbes Jahr in Australien backpacken und während des Studiums ein halbes Jahr zum Erasmusstudium in Spanien. Der Diabetes lief schon immer gezwungenermaßen „nebenher“. Das heißt aber nicht, dass ich ihn ignoriert habe – aber er musste lernen, sich nicht in den Vordergrund zu drängen 😉 Ich habe eigentlich schon immer das gemacht, worauf ich Lust hatte und den Diabetes drum herum gebaut. Das macht das Leben zwar oft etwas aufwändiger, aber war noch nie ein Hindernis.

Bei der Entscheidung, welche Länder wir bereisen wollen, war der Diabetes oder die medizinische Versorgung dort nie ein Kriterium – wir haben die Länder lediglich danach ausgewählt, ob wir Lust hatten, sie zu bereisen. Ich habe mich jedoch bei NovoNordisk informiert, ob mein Insulin überall verfügbar ist und wie ich im Notfall am besten drankomme. Unterwegs war ich mit NovoRapid und Levemir im Pen sowie verschiedenen Messgeräten, hauptsächlich dem iBG Star; ein CGM oder FGM hatte ich zu der Zeit nicht.


Wieviel braucht man für den Diabetes auf Weltreise?

Um zu berechnen, wieviel ich mitnehmen muss, habe ich protokolliert, wie lange mir eine Packung bzw. Patrone (Penkanülen, Teststreifen, Insulin, Lanzetten etc.) ausreicht und das dann auf ein Jahr hochgerechnet. Um sicher zu gehen, habe ich das für das Insulin zweimal gemacht – nähere Informationen dazu findest du auch auf meinem Blog. Somit musste ich mir unterwegs auch keinen Nachschub organisieren, sondern bin ziemlich genau mit dieser Menge ausgekommen.
Nach 6 Monaten unterwegs habe ich mal überschlagen, ob weiterhin alles ausreichen wird, denn es sah ein bisschen knapp aus. Also habe ich fortan darauf geachtet, die Patronen ganz leer zu machen – also im Zweifel 2x gespritzt, wenn eine Patrone nicht mehr für die Mahlzeit ausgereicht hat. Normalerweise mache ich das nicht, sondern wechsle schon vorher. Am Ende hat es aber alles noch ausgereicht. Gerade beim Basalinsulin Levemir hat sich gezeigt, dass ich deutlich weniger brauche als zu Hause; davon hatte ich am Ende so viel übrig, dass es nochmal für ein halbes Jahr gereicht hätte.


Lagerung und Transport des Diabetes-Equipments

Natürlich musste ich das Insulin so transportieren und lagern, dass es nicht zu warm wird, da es über 40°C verdirbt. Die meiste Zeit über hatte ich die Insulinpatronen in Thermoskannen und diese zur Kühlung mit Wasser gefüllt. Die Pens für den täglichen Gebrauch, hatte ich immer in einer kleinen Frio-Kühltasche dabei (ist das jetzt Schleichwerbung? Keine Ahnung, die Taschen sind jedenfalls wirklich gut 😃 ). Wenn wir mal irgendwo etwas länger waren, habe ich das Insulin in den Kühlschrank gepackt – die meiste Zeit ging es aber ohne weitere Kühlung. Bei den Teststreifen musste ich darauf achten, sie in der richtigen Reihenfolge zu verwenden, da nicht alle bis zum Ende der Reise haltbar waren – außerdem funktionieren nicht alle in allen Höhen. Da wir in Südamerika an einigen Orten waren, die sehr hoch lagen (z.B. Macchu Picchu und Titicacasee), habe ich dort ein anderes Messgerät verwendet.

Bei insgesamt 26 Flügen über das ganze Jahr verteilt hatte ich mit vielen Rückfragen an den Sicherheitskontrollen am Flughafen gerechnet – schließlich hatte ich anfangs über 60 Patronen Insulin, verteilt in 2 Thermoskannen, dabei. Aber eigentlich gab es wenige Fragen – manchmal habe ich vor dem Security Check darauf hingewiesen, dass ich Diabetikerin bin und Vorräte dabei habe, manchmal nicht. Nur in Einzelfällen musste ich die Thermoskannen öffnen und das Insulin vorzeigen.


Was Victoria unterwegs mit dem Diabetes erlebt hat, ob es zu Diabetes-Pannen kam und wie diese gelöst wurden, erfahrt ihr im zweiten Teil des Reiseberichts! Schaut in der Zwischenzeit doch nochmal auf Victorias Blog „In Plain Sight“ vorbei und lasst euch von ihren Berichten etwas Fernweh bescheren 🙂

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