Tattoos und Diabetes – Teil II: Die Heilung

Tattoos und Diabetes – Teil II: Die Heilung

So, es ist geschafft. Du hast den Tattooladen lebendig wieder verlassen und freust dich über die neue Farbe unter deiner Haut. Da kann man sich ja entspannt zurücklehnen – oder?


Natürlich hast du dir vorher auch aufmerksam Teil I und Teil III meiner Tattoo-Tipps für Diabetiker durchgelesen, richtig?


Nach dem Tattoo: Heilung bei Diabetes

Naja, entspannt wird jedenfalls noch nicht. Denn jetzt beginnt der wichtigste Teil des ganzen Tattoo-Vorhabens: Die Pflege! Ein Tattoo stellt ja zunächst einmal für den Körper nichts anderes als eine Wunde dar, und da beginnt für den Diabetiker der Spaß auch schon, schließlich heißt es ja immer, die Wundheilung wäre bei uns nicht gerade das Gelbe vom Ei. Das liegt daran, dass sich durch schwankende Blutzuckerwerte die Blutgefäße verändern, die Durchblutung dadurch allgemein schlechter wird und somit eine viel längere Wundheilung nach sich zieht. In welchem Ausmaß und ob überhaupt, ist dabei aber individuell unterschiedlich.

Nach dem Tätowieren wird das Tattoo erstmal in Frischhaltefolie verpackt. Ich entferne diese daheim direkt, wasche das frische Tattoo ab und creme es dünn mit Pathenol-Salbe ein. Danach kommt keine Folie mehr drauf – ich lasse alles komplett an der Luft heilen. Mit pH-neutraler Waschlotion ohne Zusätze wasche ich das Tattoo 2x am Tag vorsichtig ab, tupfe es trocken und creme immer wenn nötig dünn ein, damit die Haut nicht austrocknet. Das Ganze ungefähr 2 Wochen lang und alles sollte super sein.

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Suprasorb nach dem Tattoo

Mittlerweile wenden auch viele Tätowierer „Suprasorb“ an, eine selbsthaftende Folie, die eigentlich für Brandwunden gedacht ist. Sie lässt die Haut atmen, aber keinerlei Keime eindringen. Das Tattoo sifft unter der Folie ein bisschen vor sich hin und wenn man sie abzieht, sieht auch alles schon ganz gut aus und man kann ganz normal mit dem Eincremen fortfahren. Abziehen sollte man sie übrigens auf jeden Fall nach 3 Tagen, denn das frische Tattoo pellt sich nach ein paar Tagen. Wenn man die Folie zu spät abzieht, läuft man Gefahr, sich halb abgelöste Hautstückchen mit Farbe abzureißen und ein „löchriges“ Tattoo zu haben.
Leider hat die Suprasorb-Folie einen großen Nachteil: Nichts für Allergiker. Ich zum Beispiel habe auf Suprasorb reagiert und unschönen, juckenden Ausschlag bekommen, der mein Tattoo noch zwei Wochen lang rechteckig eingerahmt hat. Solltet ihr Probleme mit Pflastern haben, lasst also lieber die Finger davon oder bittet euren Tätowierer, euch ein kleines Stück der Folie probeweise auf eine untätowierte Hautstelle aufzukleben.

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Vorsichtsmaßnahmen – und was trotzdem passieren kann

Natürlich solle das Tattoo auch weiterhin mit Vorsicht behandelt werden: Sauna, Schwimmen, Baden und direkte Sonneneinstrahlung sind für mindestens 6 Wochen tabu. Auch nach dieser Zeit sollte man im Hochsommer immer schön Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von 50 oder mehr verwenden.

Es können bei der Heilung auch Komplikationen auftreten, auch wenn das im besten Falle natürlich nicht passieren sollte. Ich hatte beispielsweise bei einem Tattoo das Problem, dass sich, trotz meiner üblichen Pflegeroutine, eine Entzündung gebildet hat. Wie ihr mit solchen Problemen umgehen könnt, lest ihr in diesem Artikel.

Schön abgeheilt vs. Nicht so schön abgeheilt
Schön abgeheilt vs. Nicht so schön abgeheilt

Nachdem das Tattoo vollständig abgeheilt ist, also nach circa 8 Wochen, solltet ihr nochmal beim Tätowierer vorbeischauen, um gegebenenfalls Nachstechen und Ausbessern zu lassen. Das kann auch bei noch so guter Pflege nötig sein und ist in der Regel kostenlos, also nicht vergessen. 😉

Was sind eure Erfahrungen mit der Wundheilung beim Diabetes und insbesondere bei Tattoos? Schreibt mir doch einen Kommentar oder lasst es mich auf Facebook wissen 🙂

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One thought on “Tattoos und Diabetes – Teil II: Die Heilung

  1. Corinna Dietlein

    Hallo liebe Flugzucker-Freunde 🙂

    Bei mir lief die Wundheilung meines Tattoos am Unterarm problemlos ab. Sogar so gut, dass ich es nicht einmal nachstechen lassen musste.
    Ich habe auch auf die Folie nach dem Stechen verzichtet und einfach gut darauf geachtet, dass die tätowierte Stelle an der Luft trocknen und abheilen kann und nicht irgendwo dagegen stößt. Eine Kollegin hat mir damals die Betaisodona Salbe empfohlen. Die finde ich wirklich gut. Sie ist nicht so klebrig wie Bepanthen und gut verträglich. Damit habe ich 2-3x am Tag das Tattoo eingecremt.
    Mein Unterarm war in den ersten zwei Tagen nach dem Stechen etwas angeschwollen. Meine Mama war sogar so süß und hat mich gefragt, ob ich eine Schmerztablette nehmen möchte 😀
    Das nervigste für mich war aber die Kruste, die sich bildet und nach ein paar Tagen/Wochen anfängt zu lösen. Da musste ich mich total beherrschen, die Kruste nicht abzurubbeln.
    Wenn man die Tipps von Ramona beachtet, kann wirklich nichts, oder nicht viel, schief gehen. Dank ihr war ich bestens vor- und nachbereitet 🙂

    Love and Hugs to my BDFFi <3 <3

    Corinna

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