Alles, was du über Piercings und Diabetes wissen musst!

Alles, was du über Piercings und Diabetes wissen musst!

Ich war ja immer schon ein Fan von Körperschmuck, und tatsächlich habe ich mir mein erstes Tattoo verhältnismäßig „spät“ stechen lassen – nämlich mit 20. Gut, das ist nicht wirklich spät, aber ich bin jedenfalls nicht sofort mit 18 ins Studio gerannt. Und bis es dann an größere Tattoo-Projekte ging, hat es nochmal relativ lang gedauert. Tatsächlich war ich früher eher in eine andere Art von Körperschmuck vernarrt: Piercings!

Angefangen hat es alles mit einem kleinen Piercing am Ohrknorpel, dem Tragus, mit zarten 16 Jahren und nach einiger Überzeugungsarbeit, damit meine Mama mitkommt und die Einverständniserklärung unterschreibt. Dann war aber auch erstmal Schluss – ich war ja schließlich noch nicht volljährig. Sofort nach meinem 18. Geburtstag habe ich mir dann aber ein mittiges Labret, also Lippenpiercing, stechen lassen. Im Laufe der Zeit kamen noch einige mehr dazu – sowohl im Gesicht, als auch an den Ohren und am Körper. Übrig geblieben sind davon kaum noch welche. Teilweise gefielene sie mir schlicht und ergreifend nicht mehr, teilweise sind sie nicht abgeheilt.
Eigentlich wollte ich mir auch seit längerem ein neues Piercing stechen lassen, ein Medusa (mittig in der Oberlippe) sollte es werden. Leider machte mir meine Anatomie einen Strich durch die Rechnung: Lippenbändchen zu ausgeprägt. Na, dann halt nicht. Nichtsdestotrotz ist es Zeit, den Aspekt Piercings aus Diabetikersicht zu beleuchten!


Piercings interessieren dich gar nicht? Schau dir hier meine Tipps zu Tattoos & Diabetes an!
Teil I Teil IITeil III


Die Wahl des Piercingstudios

Bevor man sich über das neue Piercing freuen kann, braucht man natürlich erst einmal ein Piercingstudio. Ich gehe schon seit vielen, vielen Jahren zu Visavajara in Nürnberg – die Tatsache, dass sie auch „krassere“ Bodymodifications wie Cuttings und Brandings machen dürfen, sagt für mich einfach viel über den Qualitätsstandard dort aus. Auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Piercings kann man sich ebenfalls über qualitative Studios aus der Nähe informieren. Spaziert bitte nicht einfach zum nächsten Piercer in der Haupteinkaufsstraße! Diese sind selten gut, sondern nur durch die hohe Laufkundschaft so beliebt. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, allerdings waren das so meine persönlichen Erfahrungen – denn auch ich war leider schon bei schlechten Piercern.

Das Stechen des Piercings

Ein guter Piercer wird euch vorher eine Einverständniserklärung unterschreiben lassen, in welcher ihr über alle potentiellen Risiken aufgeklärt werdet. Außerdem müsst ihr einen Fragebogen beantworten, in dem Krankheiten und Allergien abgefragt werden. Verschweigt hier den Diabetes bitte nicht! Ich bin, genau wie beim Tätowieren, immer offen mit dem Diabetes umgegangen und habe deutlich gemacht, dass ich gut mit meiner Krankheit umgehen kann.
Natürlich sollte im Piercing-Raum selbst alles sauber sein. Die sterilen Werkzeuge sollten vor euren Augen aus der Packung genommen werden und der Piercer natürlich Handschuhe tragen. 😉
Zum Piercing stechen an sich kann ich nur sagen: Ich bin immer wahnsinnig aufgeregt, aber am Ende ist es halb so schlimm. Es geht ohnehin ziemlich schnell, das unangenehmste ist wohl das Einsetzen des Schmucks. Aber auch das schafft ein routinierter Piercer innerhalb weniger Sekunden und schon kann man sich über ein neues Piercing freuen! 🙂

Die Abheilungsphase

Wohl das nervigste am Piercing stechen. Es schwillt an, es ist tut weh – je nach Körperstelle mal mehr, mal weniger. Auf keinen Fall solltest du mit ungewaschenen Händen das Piercing anfassen! Der Piercer wird dir eine Pflegeanleitung mitgeben, in der steht, wie du weiter vorgehen sollst. Normalerweise reinigt man das frische Piercing die ersten Wochen 2x am Tag und lässt es sonst in Ruhe. Nicht dran drehen oder sonstwas. Piercings auf den Schleimhäuten heilen normalerweise recht schnell ab; Knorpelpiercings hingegen können sogar mehrere Monate brauchen. Wichtig ist es, dem Körper genug Zeit zu geben. Mit der Zeit werdet ihr auch heraus finden, was bei frischen Piercings für euch (und euren Diabetes) gut ist und auf welche Mittelchen ihr eher verzichten könnt.

Die Rolle des Diabetes

Wie wir ja alle immer eingebläut bekommen, ist bei Diabetikern die Wundheilung ganz, ganz schlecht und alles dauert ewig. Bei mir ist das tatsächlich der Fall, allerdings weiß ich ja nicht, wie mein Körper ohne Diabetes auf Piercings oder Tattoos reagieren würde. Auf jeden Fall gebe ich mir mit frischen Körperschmuck immer doppelt Mühe, die Werte in Schach zu halten, damit mein Körper nicht auf noch damit zu kämpfen hat.
Früher, als ich mir die meisten Piercings habe stechen lassen, war ich in einer Phase, in der mir der Diabetes relativ egal war. Ich habe ihn nicht ignoriert, mich aber auch nicht zu sehr um ihn gekümmert. Irgendwann sind die Piercings trotzdem verheilt – fast alle, zumindest. Lediglich mit den Knorpelpiercings am Ohr hatte ich teilweise auch nach Jahren noch solche Probleme, dass von 5 Stück kein einziges mehr übrig ist. Alles an den Schleimhäuten und am Körper ist dagegen schnell und problemlos abgeheilt.
Deswegen bin ich umso gespannter, wie die Piercings jetzt – mit zumindest einigermaßen gut eingestelltem Diabetes – abheilen werden 🙂

Narbenbildung bei Piercings

Ja, es ist total offensichtlich, solltet ihr euch aber trotzdem nochmal ins Gedächtnis rufen: Piercings hinterlassen Narben. Und die Narbe von meinem Lippenpiercing ist zwar größtenteils von der Lippe verdeckt, aber an sich trotzdem da. Auch der Dermal Anchor (ein Oberflächenpiercing) an meinem Hals hat eine gut sichtbare Narbe hinterlassen. Mich persönlich stören solche Dinge nicht – aber bedenkt immer: Ihr werdet dieses Piercing vermutlich nicht bis an euer Lebensende haben. Könnt ihr damit Leben, eine Narbe an dieser Stelle zu haben? Falls ja, steht dem Vorhaben ja nichts mehr im Wege! 😉


Wie sind eure Erfahrungen mit Piercings? Wie seid ihr mit der Abheilung zurecht gekommen? Konntet ihr einen Unterschied vor/nach der Diagnose feststellen? Erzählt es mir auf Facebook, Instagram oder hier in den Kommentaren 🙂 Ich freu mich darauf, von euch zu lesen!


 

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2 thoughts on “Alles, was du über Piercings und Diabetes wissen musst!

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