NARA – Außergewöhnliche Anwohner [03]

NARA – Außergewöhnliche Anwohner [03]

Hallo und schön, dass du es bis zum letzten Teil meines Japan-Reiseberichts durchgehalten hast! 😉 Heute geht es um Nara – und seine besonderen Einwohner.


Noch nicht so weit? Hier findest du Teil 1 und Teil 2 meines Reiseberichts aus Japan!


Der Regionalzug bringt einen von Kyoto in knapp einer Stunde nach Nara, und die Strecke ist auch noch mit dem JR Pass abgedeckt – perfekt. Aber was will man eigentlich in Nara? In den Park gehen, natürlich! „Kann man das nicht in jeder anderen Stadt genauso gut?“ – klar, aber das Außergewöhnliche an Nara sind, nunja, die Bewohner der Stadt.

Mit knapp 360.000 Einwohnern ist Nara ja quasi schon das hinterletzte Kaff für japanische Größenverhältnisse und somit kann man die Stadt auch sehr einfach und bequem zu Fuß erkunden: Aus dem Bahnhof raus, immer geradeaus eine hübsche Einkaufsstraße mit vielen Läden und Restaurants entlang und auf der circa 2 Kilometer langen Route bis zum Park noch ein paar hübsche Tempel und Pagoden mitnehmen. Sehr angenehm fand ich auch, dass die Stadt tatsächlich mal nicht total überlaufen war und ich somit in Ruhe und ohne allzu große Menschenmassen meine Fotos machen konnte. Pagoden sehen in echt übrigens hübscher aus als auf Fotos, habe ich feststellen müssen 😀

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Direkt hinter dem Hōryū-ji-Tempel beginnt der bereits angekündigte Park und damit auch das Vergnügen. Vorher deckten wir uns noch mit Keksen ein – aber nicht für uns – sondern für die Rehe! Die sind mit besagten Bewohnern gemeint und es wimmelt nur so von ihnen. Die meisten von ihnen leben im Park, aber man sieht sie in der ganzen Stadt frei umherlaufen und so kann es schon mal passieren, dass ein paar Rehe an der Bushaltestelle schlafen oder neben einem den Zebrastreifen überqueren. Sie sind relativ zahm, wissen aber natürlich genau, dass sie von den Menschen gefüttert werden und haben sich somit einen Trick angeeignet, wenn alles An-der-Kleidung-zerren nichts mehr hilft: Sie verbeugen sich. Dann gibt es also Kekse und sie verbeugen sich nochmal. Sehr freundlich! 😀

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Der Grund, warum überhaupt so viele Rehe völlig frei durch die Stadt spazieren, ist übrigens folgender: Sie sind die Reittiere der Gottheiten des Kasuga-Schreins. Dementsprechend erhalten die Tiere seit vielen Jahrhunderten entsprechenden Schutz und konnten sich besonders im Wald um den Schrein herum ansiedeln und fanden irgendwann eben auch ihren Weg in die Stadt. Bis heute werden die Rehe dort als heilig angesehen.

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Eigentlich haben wir den halben Tag damit verbracht, die Rehe zu streicheln und Fotos und Videos von der Fütterung zu machen – kugelrund waren die meisten von ihnen sowieso schon. Als wir davon genug hatten, beschlossen wir, uns noch den Schrein anzusehen, in dem die Sache mit den Rehen ihren Lauf nahm: Der Kasuga-Taisha liegt direkt am anderen Ende des Parks und auch dort wurden wir von unzähligen Rehen begleitet, die ihre Köpfe nach uns reckten und sich brav verbeugten, um noch ein paar Kekse mehr abzustauben. Der Weg nach oben war von zahllosen steinernen Lampen gesäumt, die aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit mit Moos überwuchert waren. Zu besonderen Festtagen werden dort auch Kerzen aufgestellt – leider nicht als wir dort waren. Schade.

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Bestimmt gibt es in Nara noch einiges mehr zu sehen – aufgrund unserer begrenzten Zeit war es für uns jedoch nur ein kleiner Tagesausflug, den ich auch jedem wirklich ans Herz legen kann. Es mag erstmal nicht so spannend klingen, nur wegen Rehen in eine Stadt zu fahren – für mich war die ganze Atmosphäre dort wirklich klasse und fast schon wie in einem Disney-Film 😀 Nara kriegt also definitiv 10/10 Punkten von mir!

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