Fiasp von NovoNordisk: Die erste Woche

Fiasp von NovoNordisk: Die erste Woche

Die Erfahrungsberichte über das neue, ultraschnelle Insulin Fiasp von NovoNordisk häufen sich langsam und ich bin bei Weitem nicht die Erste, die davon berichtet. Nichtdestotrotz möchte ich ein paar Zeilen über die erste Woche mit dem neuen Wundermittelchen schreiben – nicht zuletzt, da das Interesse auf Instagram recht groß war. 🙂

„Bei NovoRapid braucht man keinen Spritz-Ess-Abstand, das wirkt total schnell!“ – so wurde es mir zumindest damals angepriesen, und meine Güte, war ich froh über die Existenz dieses Insulins, was mich vom jahrelangen Essplan-Einhalten erlöst hat. Spätestens seit dem Libre war aber klar: Hm, ganz so schnell wirkt es ja doch nicht. Habe ich als unvorbildlicher Diabetiker deswegen wieder Spritz-Ess-Abstände eingeführt? Nö. Finde ich auch nach wie vor nicht alltagstauglich.

Und nun ist es also da: Das schon vor der Markteinführung hochgelobte Fiasp, was durch den Zusatz der Aminosäure L-Arginin, Vitamin B3 und Niacinamid schon nach spätestens 10 Minuten im Blut sein soll. Ein Grund für mich, schnellstens beim Diabetologen auf der Matte zu stehen und mir ein Rezept dafür zu holen.

Außerdem habe ich mir auch gleich noch einen neuen Pen verschreiben lassen, und zwar den NovoPen Echo – der Hauptgrund hierfür sind die Schritte von 0,5 Einheiten, die mir beim normalen NovoPen wirklich gefehlt haben. Und gerade fürs Fiasp kam mir eine feinere Dosierungsmöglichkeit nicht verkehr vor. Zum NovoPen Echo an sich habe ich nicht viel zu sagen: Ich bin mit dem Handling zufrieden, die Memo-Funktion brauche ich nicht wirklich (was ich vor ein paar Stunden gespritzt hab, kann ich mir ja gerade so noch merken) und wenn er so lange hält wie sein Vorgänger, bin ich zufrieden.


Nun zum Fiasp an sich:

  • Es wirkt in der Tat schnell. Sehr schnell. So schnell, dass ich mit direkt am ersten Tag mit einer Pizza (!) in eine Hypo katapultiert habe, und das, obwohl ich erst hinterher gespritzt habe.
  • … allerdings ist es auch schneller wieder „draußen“. Besagte Pizza hat den Blutzucker dann nach ein paar Stunden doch nochmal ordentlich ansteigen lassen; persönlich merke ich, dass ich nach ca. 1,5 – 2 Stunden spätestens nochmal nachmessen und ggf. korrigieren muss, falls es steigt.
  • NovoRapid hat meinen Blutzucker auch nach 3 – 4 Stunden noch nach unten gedrückt. So habe ich oft zu viel gespritzt, um extremen Anstieg nach dem Essen zu vermeiden – und nach besager Zeitspanne Unterzucker bekommen, weil noch Insulin nachwirkte, das Essen aber schon „weg“ war. Dieses Problem scheint mit Fiasp ganz gut lösbar zu sein. 🙂
  • Vorsicht beim Libre: Zwischen Gewebezucker und Blutzucker liegt ja bekanntlich ein „Timelag“ von circa 20 – 30 Minuten, und das ist länger, als Fiasp zum Wirken braucht. Momentan korrigiere ich noch eher vorsichtig, weil ich das Einsetzen der Wirkung noch nicht vollständig abschätzen kann und das Libre bei schnell sinkendem Blutzucker bei mir gerne mal hinterher hängt.
  • Weil Fiasp kürzer im Blut bleibt, brauche ich scheinbar wieder etwas mehr Langzeitinsulin. Gerade morgens steigt der Blutzucker dank Dawnphänomen oft an und wenn ich nicht sehr früh aufstehe, habe ich morgens oft hohe Werte.
  • Zum Sport kann ich noch nichts sagen, dank frischer Tattoos und miesem Regenwetter bin ich in dieser ersten Woche noch nicht dazu gekommen, es auszuprobieren.

Also, wie ihr seht: Es ist noch nicht alles ideal (… war es bei mir auch noch nie), aber ich bin gespannt, wie es mit Fiasp weitergeht. Gerade brauche ich noch ein bisschen, um alles damit einzupendeln. Ich halte euch auf dem Laufenden. 😉

Nachtrag, da mir das bereits unterstellt wurde: Nein, dieser Beitrag wurde NICHT von NovoNordisk oder anderen Firmen gesponsort, um das Insulin besonders positiv dastehen zu lassen, sondern basiert ausschließlich auf meinen Erfahrungen. Und die waren bisher halt recht positiv, mit NovoRapid liefs bei mir auch nicht gerade rund und Fiasp wirkt wenigstens schneller. Ich kann nichts dafür, wenn bei euch das Insulin nicht so toll ist – das ist kein Grund, meine Erfahrungen mit solchen Behauptungen niederzumachen 😉

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13 thoughts on “Fiasp von NovoNordisk: Die erste Woche

  1. Gerry

    Danke für den informativen Erfahrungsbericht!

    Bevor ich mich entschließe, Fiasp auszuprobieren, wüsste ich gerne, ob sich dieses Insulin darauf auswirkt, wie Hypos wahrgenommen werden.
    (Die letzte Umstellung auf Novorapid vor ein paar Jahren hat nämlich bei mir dazu geführt, dass sich Hypos bei mir seitdem weniger deutlich und mit anderen Symptomen bemerkbar machen als bei meinem vorigen Insulin, was allerdings in den Griff zu bekommen war.) Eine verminderte oder gar fehlende Wahrnehmbarkeit von Unterzuckerungen wäre für mich ein Ausschlusskriterium.

    Hast du bzw. gibt es zu diesem Thema schon Erfahrungen?

    1. Ellen

      Na das liegt eher an deiner eigenen Wahrnehmung mit dem Unterzucker. Insulin wirkt ja nur gegen den Zuckeranstieg. Es wirkt halt definitiv schneller und drückt den Zucker schneller wieder runter, der Abfall ist somit zügiger.

      1. Gerry

        Ja, ist schon klar. Mich interessieren die persönlichen Erfahrungen anderer mit der Wahrnehmung von Hypos. Also etwas präziser gefragt: Könnt ihr, die ihr nun Fiasp verwendet, feststellen, dass ihr Hypos genau so gut und mit denselben Symptomen wahrnehmt wie vor der Umstellung, oder hat sich etwas geändert, bemerkt ihr eine Unterzuckerung deutlicher/schlechter/überhaupt nicht mehr?

    2. Hallo Gerry!
      Also ich habe da bisher keine Veränderung gemerkt, ich unterzuckere aber auch generell eher selten und daher bemerke ich sinkende Werte eh immer schon sehr früh.

  2. Nadine

    Die Pizza läßt den Blutzucker auch erst später steigen aufgrund des Fettes.

    1. Ellen

      Ich weiss aber hier macht es sich noch stärker bemerkbar durch die schnelle und nicht so lange Wirkdauer

    2. Hallo Nadine,
      ja, das weiß ich natürlich 😉 Aber dadurch, dass NovoRapid bei mir recht lange gewirkt hat, hatte ich da keinen so starken Anstieg. Beim Fiasp, was halt schneller wieder weg ist, bemerke ich es mehr. Ich habe keine Pumpe, also kann ich nicht verzögert bolen 😉

  3. Ellen

    Hab es jetzt schon über einen Monat und liebe es. Musste mich aber an das veränderte spritzen gewöhnen (drückt schnell runter und ist schnell raus) Deshalb nehme ich nen verzögerten Bolus zb. bei Pizza etc. Mit der Pumpe ist das gut machbar.

    1. Ja, das is natürlich der enorme Vorteil bei der Pumpe.. Ich spritze dann halt mit dem Pen später nochmal nach. Es wird einfach weiter ausprobiert, bis es passt 🙂

    2. Loredana

      Funktioniert dieses Insulin in dem Fall gut mit der Insulinpimpe? Würde mich sehr interessieren was für unterschiede es zum NovoRapid gibt und ob, falls ihr au so schwankt wie ich, es eine gute Lösung wäre?! Über Info’s würde ich mich sehr freuen! 🙂

      1. Ellen

        Mit kommt kein novorapid mehr in die Pumpe (omnipod). Ich bin sofort zum Essen so hoch geschossen das war kein Geschenk und dann über Stunden. Jetzt spitze ich beim Essen und alles bleibt in geregelten Bahnen (max. Anstieg auf 200). Und durch den verzögerten Bolus kann man eben die evtl. Unterzuckerung abfedern.

      2. Hallo Loredana,
        ich benutze ja keine Pumpe und kann daher wenig dazu sagen. Vielleicht findest du auf anderen Blogs schon Erfahrungsberichte dazu 🙂 Aber Fiasp wirkt ja schneller als NovoRapid, ob das jetzt durch die Pumpe oder den Pen in deinen Körper kommt ist ja erstmal egal. Mir hat es geholfen, nach dem Essen nicht mehr so stark anzusteigen 🙂

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