Eine Woche auf Island

Eine Woche auf Island

Das erste Mal war ich bereits 2012 auf Island. Und da mein Körper und ich ja eh unfassbar gut miteinander auskommen (… nicht), wurde ich mit einem dicken grippalen Infekt gesegnet und das wenige, was ich von Island sehen konnte, lag hinter einer nebligen Wand aus Fieber 😀 Das konnte ich natürlich nicht so auf mir sitzen lassen und so wurden also erneut die Koffer gepackt, der Freund mitgenommen und das Flugzeug gen Norden bestiegen.


Übrigens: Island ist kalt. Sehr sogar. Lies hier, wie du dein Diabetes-Equipment gegen Kälte schützt!


Routenplanung

Die Route führte uns innerhalb von 7 Tagen über die Ringstraße gut 1.200 km von Keflavik zuerst Richtung Hveragerði / Selfoss, dann weiter über Vík í Mýrdal bis zur Gletscherlagune Jökulsárlón, wieder zurück über Laugarvatn und hoch bis zum Beginn der Westfjorde bei Búðardalur.

Die Intention dahinter, bei der Gletscherlagune wieder umzukehren war, den Osten auszulassen und dafür mehr vom Westen zu erkunden, wo sich die ganzen „Sehenswürdigkeiten“ befanden. Im Endeffekt haben wir die Strecken falsch eingeschätzt – allein von Vik bis zur Gletscherlagune sind es gut 4 Stunden; dafür hat man im Westen alles relativ schnell gesehen, da die Orte dort nah beieinander liegen. Hätten wir also die komplette Insel in 7 Tagen umrunden können? Ja, locker.


Der fahrbare Untersatz

Aufgrund der horrenden Preise (und einem gewissen Hang zu Komfort und eigenen Bädern) haben wir uns gegen die für Island allseits beliebten CamperVans entschieden und uns stattdessen für einen Mietwagen entschieden. Da wir im Sommer unterwegs waren und die Gefahr für Straßensperrungen somit als recht gering einzuschätzen war und wir ohnehin nicht offroad fahren wollten, reichte ein Kleinwagen – ein Chevrolet Aveo in unserem Fall. Selbst bei meinem Besuch im Oktober war ein Auto dieser Klasse noch ausreichend, zumal man auf der Ringstraße sowieso eine Tempobegrenzung von 90km/h hat. Zu den Nationalparks hin oder in kleineren Gemeinden fand man dann oft nur noch schlaglochlastige Schotterpisten, aber auch die waren mit etwas Vorsicht gut zu bewältigen. Oh, und was ihr noch wissen solltet: Tankt das Auto spätestens, wenn der Tank halb leer ist. Es kann auch mal ein paar hundert Kilometer keine Tankstelle kommen und diese sind dann oft nur einzelne Zapfsäulen im Nirgendwo – eine funktionierende Kreditkarte, für die man auch die PIN weiß, ist hier unerlässlich.


Das Nachtlager

„Horrende Preise“ trifft für Island auch für Hotels zu, weswegen wir uns über AirBnB Unterkünfte gemietet hatten. Da Island nicht mehr gerade ein Geheimtipp ist, sollte man gerade in der Hochsaison auch auf jeden Fall gut um Voraus buchen – spontan etwas zu bekommen kann sich dann als ein Ding der Unmöglichkeit herausstellen. Island hat auch ein sehr gut ausgebautes Netzwerk aus Hostels, die allerdings auch nicht so viel günstiger sind als AirBnB – und ich bin einfach nicht der Typ für überfüllte Schlafsäle und Gemeinschaftsbäder. 😉 Für eine Nacht in einem kleinen AirBnb (komplette Unterkunft mit eigenem Bad) könnt ihr zwischen 60 – 100 Euro rechnen.


Was man tun sollte…

  • Die Blaue Lagune besuchen. Ja, es ist überteuert, aber man fährt ja nicht gerade jedes Wochenende hin, richtig?
  • Laufen: Wasserfälle, Nationalsparks, Gletscherlagunen! Zwar kann man oft direkt vor der Location parken, für andere Sehenswürdigkeiten muss man aber auch oft ein bisschen Laufstrecke in Kauf nehmen.
  • Wenig Hunger haben: Die Lebenshaltungskosten in Island sind hoch, und selbst im Bónus (Billigsupermarkt, erkennt man am rosa Schwein im Logo) legt man für ein paar Bananen oder einen (!) Apfel locker 4-5 Euro hin. Man sollte also kein Problem mit „Nudeln mit Soße“ haben – denn auch die Burger am Tankstellen-Grill schlagen mit gut 20 Euro pro Portion zu Buche.
  • Im Sommer eine Schlafmaske mitnehmen: Auch wenn man ja weiß, dass es so nördlich im Sommer nie dunkel wird, ist es doch noch was anderes, wenn man um 3 Uhr morgens im Bett liegt und einem die Sonne ins Gesicht scheint.


… und was lassen:

  • An Reykjavík scheiden sich die Geister – die einen lieben es, die anderen nicht, und ich gehöre zu letzteren. Persönlich fand ich die Stadt wahnsinnig grau, trist und langweilig und keine 2 Tage der Reise wert. Allein aufgrund der geringen Größe schafft man sie locker in einem halben, maximal einem Tag.
  • Das Wetter unterschätzen: Es ändert sich wirklich alle 5 Minuten, und auch „Sommer“ bedeutet selten mehr als 12 bis 14 Grad – lasst euch von den Isländern in kurzen Klamotten nicht täuschen 😀


Was sind eure Tipps für Island? Oder, falls ihr noch nicht da wart – reizt euch das Ziel oder eher nicht? Warum? Erzählt es mir in den Kommentaren 🙂

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2 thoughts on “Eine Woche auf Island

  1. Claudi

    Mein Mann und ich fliegen am 12.09 für 13 Tage nach Island.
    Wir freuen uns schon sehr auf die tolle Natur.
    Zufälligerweise hat mein Mann in Nürnberg eine Isländerin getroffen, die ein Au Pair in Bayreuth macht, diese hat uns das Nature Bath in Myvatn als Alternative zur Blauen Lagune genannt.
    Zusätzlich bekommen wir eine Stadtführung in Reykjavík von der Isländerin. Sind schon sehr gespannt.

    1. Das wird bestimmt total klasse, ich hoffe, du hast schon ordentlich Vorfreude 😉
      Über das Nature Bath in Myvatn hab ich auch schon viel gehört als Alternative. So weit sind wir aber schlicht und ergreifend nicht gefahren damals 😀 Und ich dachte mir, wenn schon Island, dann will ich auch mal die „richtige“, gehypte, überteuerte und tourimäßige Blaue Lagoone sehen. Once in a lifetime und so weiter 😀

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