Eine Nacht im Iglu: Diabetes und Kälte

Eine Nacht im Iglu: Diabetes und Kälte

Passend zur kalten Jahreszeit soll es heute um etwas gehen, um das sich die meisten eher weniger Gedanken machen, wenn sie zum Urlaubmachen gen Süden fliegen: Diabetes und Kälte! Da ich nicht Skifahren kann und entsprechend auch keine Skiurlaube mache, hat sich das Kälteexperiment in etwas anderer Form geäußert – in einer Nacht im Iglu-Dorf auf der Zugspitze.


Wenn euch schon allein vom Lesen die Gänsehaut aufsteht und ihr eher so die Sommermenschen seid, dann interessiert euch vielleicht eher, wie euer Insulin bei Hitze überlebt!


Übernachten im Iglu – auf der Zugspitze möglich!

Das Iglu-Hotel besteht – wer hätte das nur ahnen können – komplett aus Eis und Schnee. Es wird jedes Jahr neu aufgebaut, um dann von Dezember bis April seine Gäste zu begrüßen. Mein Freund hat die Übernachtung im Doppel“zimmer“ damals von mir zu Weihnachten bekommen und so machten wir uns im Januar 2014 auf den Weg zur Zugspitze.

Nach der Ankunft trafen wir uns mit den Guides und der restlichen Reisegruppe abends an der Bergstation, als alle Skigäste langsam den Heimweg antraten. Es gab eine kurze Einweisung über alles, was zu beachten ist, uns wurde ein riesiger Expeditionsschlafsack in die Hand gedrückt und los ging es zum Iglu-Dorf. Das liegt ungefähr 10 Minuten Fußweg abseits der Bergstation, aber aufgrund der Höhe und dem Gewicht von Schlafsack und Gepäck war das Ganze anstrengender als gedacht.

Das Iglu-Dorf selbst besteht aus den verschiedenen Zimmern (es gab Doppel- und 6-Personen-Zimmer), einem „Gemeinschaftsraum“ mit Bänken, Bar (in verschiedenen Farben beleuchtet!) und Restaurant, einen Whirlpool und natürlich sanitären Anlagen – jedoch ohne fließend Wasser, da im Iglu (unabhängig von der Außentemperatur) konstant um die -7°C herrschen. Zum Warmhalten gab es Glühwein, Tee, Käsefondue und später die Möglichkeit, ein bisschen im Whirlpool außen zu entspannen. Nur auf den Weg dort hin und zurück im Bikini durch den Schnee hätte man auch verzichten können 😀

Damals, als ich noch lila Haare hatte.

Diabetes und Kälte: Der Härtetest!

So viel also zum Thema Iglu-Übernachtung an sich – doch stellt sich dem reisenden Diabetiker auch hier mal wieder die leidige Frage „Wohin mit dem Insulin?“ Während meine Standardantwort darauf ja bei sonstigen Reisen immer „FRIO!“ ist, war eine Kühltasche hier natürlich wenig sinnvoll. In der Tasche lassen aber auch nicht – es wäre sofort gefroren.

Die Lösung war also simpel: Alles am Körper tragen, inklusive Ersatzampullen. Und dabei halt so stilvoll aussehen wie das Michellinmännchen. Skijacken sind ja zum Glück mit hunderttausend Fächern innen ausgestattet und von zwei Tagen Erwärmung auf Fast-Körpertemperatur ist noch kein Insulin kaputt gegangen. Passiert ja in einer Pumpe auch nicht – selbst am Strand.
Gespritzt habe ich stets in den Bauch und nicht in die abgefrorenen Beine oder Arme. Während das Insulin bei Hitze durch die gesteigerte Durchblutung schneller wirkt, ist bei Kälte eher das Gegenteil der Fall – ob das bei euch auch so ist, müsst ihr selbst herausfinden. Bei mir trifft es jedenfalls zu 🙂

Würde ich eine Pumpe tragen, würde ich sie übrigens definitiv im Handee Bra unterbringen – auf dieses Kleidungsstück aufmerksam geworden bin ich über einen Artikel von Cazzy auf Dream Big, Travel Far. Der BH hat eine Extra-Tasche, in der man den Pass, Bargeld oder eben die Pumpe unterbringen kann. Oder das Messgerät. Oder Traubenzucker. Ziemlich praktisch, nicht?

Beim Essen für Hypos würde ich mich bei extremer Kälte auf Traubenzucker und Gummibärchen beschränken. Saftpäckchen sind schwer und gefrieren sowieso – Schokolade ist auch nicht wirklich schmackhaft, wenn man sich die Zähne daran ausbeißt.

Alles in allem? 10/10, would do again! Wenn man sich ordentlich anzieht, muss man kein einziges Mal wirklich frieren und das Erlebnis ist eben einzigartig – und morgens um 6 Uhr allein, ohne andere Touristen auf der Zugspitze zu stehen und den Sonnenaufgang zu beobachten, das macht man ja auch nicht alle Tage.


Wie sind eure Erfahrungen mit Diabetes und Kälte? Sind vielleicht sogar ambitionierte Skifahrer unter uns, die den ultimativen Kältetipp haben? Oder wart ihr selbst schon mal in einem Eishotel/-bar? Verratet es mir doch in den Kommentaren 🙂

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One thought on “Eine Nacht im Iglu: Diabetes und Kälte

  1. Corinna Dietlein

    Hallo Lieblingsbloggerin <3

    Wenn du so von dem Eishotel schwärmst, bekommt man selbst gleich Lust eine Nacht dort zu verbringen!
    Ich habe damals in der 8. Klasse im Skilager Erfahrungen zu Diabetes, Kälte und Wintersport gemacht.
    Da eine Tasche beim Skifahren ja recht unpraktisch ist, habe ich mein Messgerät und allerhand Notfall-BE (Müsliriegel, kleine Saftpakete und Traubenzucker) in die großzügigen Taschen der Skijacke gepackt. Dadurch, dass das Messgerät nahe am Körper war, war es auch nach stundenlangem Skifahren noch einsatzbereit und nicht zu kalt.
    Insulin hab ich gar nicht erst mitgenommen. Vom vielen Skifahren hatte ich ständig Unterzucker. Da hätte ich mich in den Unterzuckertod gespritzt, wenn ich mir noch Insulin verabreicht hätte. Mittags sind wir eh immer zurück zu unserer Unterkunft zum Mittagessen. Da konnte ich dann auch schnell mein Insulin holen, falls ich es überhaupt nötig hatte.
    Auf der Piste war ich quasi ständig am Essen. Im Lift, auf der Skifahrt zurück ins Tal, ständig hab ich mir irgendwas in den Mund gestopft, um nicht komplett zu unterzucker. Dementsprechend langsam war ich auch beim Skifahren. Es war ganz schön schwer Essen und Skifahren gleichzeitig zu koordinieren. Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass meine Skilehrerin gesagt hat: "Deine Technik ist echt super, jetzt müsstest du nur noch etwas schneller fahren." 😀
    Die anderen aus meiner Gruppe waren schon wieder auf dem Weg nach oben, da bin ich immer noch fröhlich Schlangenlinien bergab gefahren mit meinem Müsliriegel in der einen und den Skistöcken in der anderen Hand. Multitasking fähig zu sein war da ein absoluter Vorteil 😀

    Dass das Insulin bei Kälte bei mir langsamer wirkt habe ich bisher nicht feststellen können. Vielleicht habe ich aber auch einfach nicht drauf geachtet.
    Das wird im nächsten Winter ausgetestet.

    Liebe Grüße,
    Corinna <3

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