Diabetes Around The World: UK

Diabetes Around The World: UK

Weiter gehts mit „Diabetes Around The World“! Heute gibt uns Cazzy, die den Blog Dream Big, Travel Far betreibt, Einblicke in das Gesundheitssystem im Vereinigten Königreich. Da Cazzy und ihr Freund Bradley sogenannte „Digitale Nomaden“ sind, also dauerhaft auf Reisen sind und von unterwegs aus arbeiten, ist natürlich auch die Versorgung unterwegs ein interessanter Aspekt. Viel Spaß beim Lesen! 🙂


Cazzy in Ubud, Bali

Ihr findet Cazzy und Bradley natürlich auch auf Instagram und Facebook!


Hey Cazzy! Vielen Dank, dass du dir Zeit für das Interview mit mir nimmst. Zuallererst, wo lebst du und seit wann hast du Diabetes?

Hi Ramona! Kein Problem, das Projekt ist eine super Idee. Ich lebe in Co Down in Northern Ireland, was ziemlich ländlich gelegen ist. Nachdem ich in Nordirland lebe, gehört die Gesundheitsversorgung zum Vereinigten Königreich und hat eine ganz schön lange Geschichte. Diabetes habe ich mit 16 bekommen, jetzt bin ich 24.



Wie ist das Gesundheitssystem in deinem Land im allgemeinen? Ist man pflichtversichert oder ist es freiwillig? Wieviel zahlt man im Monat/Jahr für die Krankenkasse und ist dieser Betrag für alle gleich?

Unser Gesundheitssystem heißt NHS, also National Health Service, und ist grundsätzlich „kostenlos“, in dem Sinne, dass man sowohl Versicherungsbeiträge, als auch Abgaben über die Steuer dafür zahlt. Dafür muss man nichts für Arztbesuche, Operationen oder Medikamente für chronische Krankheiten zahlen. Es ist pflicht, versichert zu sein, außer man lässt sich privat versichern; das machen aber nur Leute mit einem entsprechend hohen Einkommen. Eigentlich braucht man das aber nicht, weil das System sowieso schon super funktioniert.

Musst du extra für deine Diabetes-Supplies bezahlen? Falls ja – wieviel kostet dich das im Monat?

Wenn man hier Diabetes hat, muss man sich ein „Medical Exemption Certificate“ ausstellen lassen (das ist aber kostenlos) und bekommt dafür alles, was man dauerhaft benötigt – wie Insulin, Teststreifen etc. – kostenfrei. Außerdem gibt es kostenlose Untersuchungen für die Füße, der Hba1C wird regelmäßig getestet, Augenarztbesuche sind abgedeckt und so weiter. Leider sind bisher CGMs und FGMs noch nicht vom National Health Service abgedeckt (Update 25.09.2017: Ab November soll das FreeStyle Libre FGM von NHS übernommen werden), aber es gibt schon Kampagnen, die das ändern wollen. Insulinpumpen werden auch bezaht, es hängt aber davon ab, wo genau man lebt und ob sie dort verfügbar sind, also hat leider nicht jeder die Möglichkeit, eine zu bekommen. Ich hatte das große Glück, eine zu bekommen und muss dank des NHS auch nichts dafür zahlen.



Gibt es spezielle Kliniken für Diabetiker, in denen man an Schulungen teilnehmen kann? Hast du an so etwas jemals teilgenommen?

Es gibt Kurse, „DAFNE“ genannt, in welchen man beigebracht bekommt, wie man Kohlenhydrate berechnet und so weiter. Man bewirbt sich dafür, sie sind kostenlos und dauern normalerweise eine Woche. Manche Krankenhäuser bieten spezielle Events für Diabetiker an, aber am häufigsten gibt es Diabetes-Camps für Kinder und Jugendliche, in denen sie mehr über ihre Krankheit erfahren. Diese gehen entweder übers Wochenende oder auch mal eine ganze Woche lang; es gibt aber nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen für diese kostenlosen Camps. Ich habe an so etwas aber nie teilgenommen, als ich die Diagnose bekommen habe, wurde ich direkt in die Klinik für Erwachsene gebracht. Die Kurse sollen aber sehr gut sein und geben ja auch die Chance, viel über die Krankheit zu lernen und andere Diabetiker kennenzulernen. Ich selbst habe nur den Kurs übers Kohlenhydrate berechnen mitgemacht und eine einwöchige Pumpenschulung.

Du bist Langzeitreisende und oft für mehrere Monate am Stück im Ausland. Hattest du Probleme, über deine Versicherung genug Medikamente für diese langen Zeiträume zu bekommen? Was passiert, wenn du im Ausland Nachschub brauchst – müsstest du das selbst bezahlen oder übernimmt das auch die Versicherung?

Wenn ich für längere Zeit verreise, dann nehme ich die dreifache Menge an Medikamenten mit und plane das schon längere Zeit im Vorraus. Meine Diabetologin verschreibt mir dann die Mengen, die ich benötige und ich kann sie einfach auf Vorrat kaufen, das kostet mich nichts extra. Zum Glück hatte ich noch nie Probleme, so große Mengen verschrieben zu bekommen. Außerdem besorge ich mir immer eine Ersatz-Insulinpumpe vom Hersteller. Wenn ich im Ausland bin, ist eine gute Auslandskrankenversicherung extrem wichtig, die auch die Bedürfnisse von Typ 1-Diabetikern abdeckt. Wenn ich also im Notfall Insulin im Ausland kaufen müsste, würde das von der Versicherung bezahlt werden. Wenn ich aber nur so für mich Nachschub kaufe, bezahle ich das aus eigener Tasche. Ich denke aber, es ist das Beste, genug Insulin mitzunehmen und nur im Notfall Insulin im Ausland zu kaufen.



Ich bin extrem dankbar dafür, dass der NHS alles, was ich brauche, bezahlt. Ich kenne auch viele, die Probleme damit haben, ihr Insulin zu bezahlen – selbst mit einer Versicherung. Ich bin schon gespannt darauf zu hören, wie die Situation im Rest der Welt ist!

Vielen Dank für den Einblick in das Gesundheitssystem im Vereinigten Königreich!


Original-Interview in Englisch

Hey Cazzy! Thanks for doing the interview with me. First of all, where do you live and for how long have you had Diabetes?
Hi Ramona! No problem, I think this is a great idea! I have in Northern Ireland in a place called Co Down, which is a pretty rural/countryside area of Ireland. As I live in the North of Ireland my healthcare is under the United Kingdom due to a whole heap of history! I’ve had diabetes since I was 16 and I am now 24.

What is the overall health system in your country? Is health insurance obligatory or voluntary? How much is the monthly/yearly fee and is it the same amount for everyone?
Our health system is called the NHS and basically its “free”, in that you pay contributions towards it via tax and national insurance contributions, but you don’t pay for doctor’s appointments, operations or medication for chronic illnesses etc No health insurance is needed unless you want to go private, which only rich people tend to do. There no need for health insurance because the health system is so great anyway.

Do you have to pay extra for your Diabetes supplies? If yes – how much does that cost you per month?
In the UK, if you have type 1 diabetes, you apply for a “medical exemption certificate” (it’s free) and you get all your prescriptions free which includes your insulin and related diabetic items. You also get free feet checkups, HBA1C checkups, eye checkups etc. Unfortunately items such as CGMs or Freestyle libres aren’t free on the NHS as of yet, but there is current campaigning to change this. Insulin pumps are available but it’s based on your postcode and availability so not everyone has access to one, I however am extremely lucky to have one and again this is all included under the NHS so I don’t pay for it.

Are there special hospital for Diabetics that offer training/education? Does your insurance cover this or do you have to pay it by yourself? Have you ever done this?
There are courses such as “DAFNE” which helps you learn how to carbohydrate count and these are free but you have to apply to get on a course and they usually run for one week. Limited hospitals run events for diabetics but UK diabetic charity Diabetes UK runs weekend and week long diabetic camps for children and teens to learn more about it. These camps are free but places are limited. I’ve never attended myself as when I was diagnosed I was put into the adult clinic, but I have heard they are very good and useful for diabetic to learn more about the condition and meet other people like themselves. The only ever courses I have taken was to learn about carbohydrate counting and a week long course to learn how to use my insulin pump.

You are a long-term traveler and are often abroad for several months. Were there any problems with your insurance with getting enough supplies for the whole time? What happens if you need to buy supplies abroad – do you have to pay them by yourself or would it be covered?
When I want to travel for long periods and need triple the amount of supplies, I plan in advance by ordering extra of my insulin pump supplies and I make an appointment with my doctor and tell her the amount of insulin I need and she will write me a prescription to cover it at no extra cost. I have never had any issues in getting extra supplies, which I feel very fortunate by. I also request a spare insulin pump from the manufacturer and they give this to me free of charge. Whilst abroad I ensure I have travel insurance that covers me and my type 1 diabetes. If I needed to buy insulin abroad due to an emergency, I could get this covered under the insurance, however if I am just buying insulin as I go along, I would have to pay this out of my own pocket. I always think it’s best to bring insulin abroad and only buy insulin in foreign countries in an emergency situation.
I feel extremely fortunate to have the NHS for my diabetes care as I know many people struggle to afford insulin, even with insurance cover. I am curious to see what the situation is with the rest of the world!

Thank you for giving us an insight into the UK health system!

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