Diabetes around the World: Russland

Diabetes around the World: Russland

Heute gibt es den nächsten Teil meiner Blogserie „Diabetes around the World“, bei der ich Diabetiker aus den verschiedensten Ländern zu ihrem Leben mit der Krankheit dort befrage!


Den ersten Teil mit Kevin, der in die USA ausgewandert ist, könnt ihr hier lesen!


Über Instagram hat mich Sonya angeschrieben, die in Russland lebt. Sie bloggt auf сладкая жизнь (süßes Leben) und teilt auch fleißig Fotos auf ihrem Instagram-Account.
Da mein Russisch leider schon sehr eingerostet ist, haben wir das Interview auf Englisch geführt. Im Haupttext findet ihr meine deutsche Übersetzung; das Originalinterview könnt ihr unten per Dropdown-Menü aufrufen. (You can find the original English version of the interview in the blue dropdown-box at the end of the post!) Viel Spaß!


Sonya aus Tula, Russland, mit ihrer Pumpe

Hey Sonya! Erzähl uns etwas über dich. Wo in Russland lebst du, wie alt bist du und wie lange hast du schon Diabetes?

Hi Ramona! Ich bin also Sonya und lebe in Russland – um genauer zu sein, in Tula, eine relativ kleine und ruhige Stadt in der Nähe von Moskau, die aber recht bekannt ist. Diabetes habe ich seit ich 12 Jahre alt bin, das war 2011. Es war ein sehr hartes Jahr für mich und meine Familie, da keiner diese Krankheit hatte und sich mit ihr oder den Symptomen auskannte. Jetzt bin ich 19 Jahre alt und fühle mich SO gut!

Auf Instagram habe ich gesehen, dass du eine Pumpe und das FreeStyle Libre benutzt. In Deutschland dauert es relativ lange, eine Pumpe zu beantragen und es steckt viel Bürokratie dahinter. Wie ist das in Russland? Hattest du Probleme damit, eine Pumpe genehmigt zu bekommen?

Oh ja, eine Pumpe genehmigt und bezahlt zu bekommen, ist ein schwieriger Prozess hier. Zuerst muss man bei der Regierung nach einer Überweisung in ein Krankenhaus fragen, welches auf Pumpentherapie spezialisiert ist. Das klingt recht einfach, ist es aber nicht. Man braucht eine Menge ärztlicher Bescheinigungen und es dauert ewig. Meine erste Pumpe habe ich 2014 bekommen und fand es am Anfang total gruselig, die Katheter selbst zu wechseln – meine Hände haben immer gezittert.
Mit dem Libre ist es in Russland extrem schwierig, man findet es fast nirgends zu kaufen, da es nicht offiziell zugelassen ist. Ich habe eine Frau gefunden, die in Deutschland lebt und mir Sensoren zuschickt – das ist momentan der einzige Weg für mich, sie zu bekommen.

Russland ist das größte Land der Welt und hat viele sehr abgelegene Gegenden. Ist es als Diabetiker besonders schwierig, weit weg von den großen Ballungszentren zu wohnen? Gibt es dort Ärzte und Kliniken, die sich mit Diabetes auskennen?

Richtig, Russland ist riesig und es gibt viele abgelegene Gegenden, wie zum Beispiel Sibiren. Ich denke, es ist ohnehin schon hart, dort zu wohnen und besonders mit Diabetes. Es ist ja schon in Tula und sogar in Moskau schwierig, einen richtig guten Endokrinologen zu finden – da will ich gar nicht darüber nachdenken, wie schwierig es auf dem Land ist. Da gibt es vielleicht ein Krankenhaus, was vier bis fünf Dörfer versorgt, weil dort so wenig Leute leben. Die meisten Russen leben in und um die großen Städte wie Moskau, Sankt Petersburg und Jekaterinenburg herum.

Musst du für deine Diabetes-Supplies selbst zahlen oder wird das alles von der Versicherung übernommen? Wieviel kostet dich deine Krankheit im Monat?

Insulin und Teststreifen bekomme ich kostenfrei, aber den Rest – also die Libre-Sensoren sowie Katheter, Schläuche und alles, was man sonst für die Pumpe braucht – muss ich selbst aufkommen. Das sind im Monat ungefähr 2000 Rubel, was circa 290 Euro entspricht.

Vielen Dank für den interessanten Einblick in das Leben mit Diabetes in Russland! 🙂


Original-Interview in Englisch

Hey Sonya! Tell us a bit about you. Where in Russia do you live, how old are you and for how longe have you been diabetic?
Hi, Ramona! So,my name is Sonya and I’m from Russia. To be accurate , I live in tula. It’s quite small town near Moscow. Really calm and famous in russia by their parkin. I’m diabetic since I was 12 y.o. .2011 was a hard year for me and my family, because nobody hadn’t this «desease». Now I’m 19 and I’m feeling SO good.

I saw on Instagram that you use a pump and the FreeStyle Libre. In Germany it takes quite long to request a pump; it is a lot of bureaucracy. How is that in Russia? Did you have any troubles getting the pump or the Libre?
Oh, to get a pump for free it’s a really difficult process. First of all, you have to go to governement and ask an allowance to hospital which includes pump installation. It sounds so easy but it’s not. You must have a lot of medical references and spend a lot of time. In 2014 I received my first pump. When I did my first site change, my hands shook. It was so scary. What about libre? In russia it’s so hard to find where you can buy it, because libre is non-certified goods here. I found a woman who lives in german, like you), and I have only that way to order a libre sensors.

Russia is the biggest country on earth and has lots of very remote areas. Is it hard for diabetics to live in remote areas? For example – are there special hospitals for diabetics?
you’re right , I live in the biggest country on the world and here’s a lot of remote areas like Siberia.And I suppose to think that it’s really hard to live in these areas espcially if you’re diabetic. Because even in Tula or Moscow it’s hard to find a really good endocrinologist, not to mention a remote areas. There may be one hospital for 4-5 villages. But , as a rule, nobody lives there. Most of population live around big cities ( Moscow,S.-petesburg, Ekaterinburg etc.)

Do you have to pay for your Diabetes supplies or is it covered by the insurance? If you have to pay: How much is this per month?
I pay for my diabetes supplies by myself. Insulin and test strips we can get for free each month. Comes out about 20000 rubles it’s 290 euro per month ( it’s libre sensors and infused set with reservoirs)

Thank you for giving us an insight into living with Diabetes in Russia!

[collapse]
Teile diesen Beitrag!Email this to someoneShare on FacebookShare on Google+Pin on PinterestTweet about this on TwitterShare on TumblrShare on VKShare on LinkedInPrint this page

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.