Diabetes Around The World: Österreich

Diabetes Around The World: Österreich

Als letztes reiht sich in meine Interview-Reihe Anna von OnnePe aus Wien ein. Ich habe erst gezögert, sie anzuschreiben, weil ich mir dachte, dass in Österreich das Gesundheitssystem vermutlich so ist wie in Deutschland. Es hat sich aber gezeigt, dass man nur von der gleichen Sprache nicht auf weitere Gemeinsamkeiten schließen sollte 😉

Anna bloggt auf OnnePe und ist auch auf Instagram und Facebook ziemlich aktiv vertreten. Vielen Dank, dass du dich für mein kleines Interview bereit erklärt hast! <3



Hey Anna! Du lebst ja in Österreich, da mag man vielleicht erstmal denken, dass das Gesundheitssystem ja eh ist wie in Deutschland. Ich habe aber zum Beispiel gelesen, dass man einer Krankenkasse je nach Wohnort zugeteilt wird und sie sich nicht wie in Deutschland frei aussuchen kann. Inwiefern beeinflusst das die Diabetestherapie? Müssen alle Krankenkassen das Gleiche bieten?

Hey Ramona! Genau, ich komme aus Österreich und lebe in der Nähe von Wien. Stimmt, je nachdem wo der Hauptversicherte dabei bist, wo du arbeitest und wohnst wirst du einer bestimmten Krankenkasse zugeteilt. Pro Bundesland gibt es hier eine Gebietskrankenkasse. Die Leistungen der Krankenkassen sind vom Prinzip her fast identisch.

Wie gestaltet sich deine Diabetestherapie? Ich habe gesehen, dass du eine Pumpe in Kombination mit rtCGM nutzt; aktuell sogar das Eversense! Werden alle diese Systeme in Österreich bereits bezahlt?

Also ich nutze momentan die Minimed 640G von Medtronic und den Eversense – ein CGM System, das unter der Haut implantiert wird und dort 90 Tage bleibt. Leider werden momentan nicht alle Systeme von jeder Krankenkasse bezahlt. Allerdings ist es bei Insulinpumpen zum Beispiel so, dass diese eine anerkannte Behandlungsmöglichkeit bei Typ 1 Diabetes sind und die Kosten nach der Prüfung einer bestimmten medizinischen Notwendigkeit (die auch durch den behandelnden Diabetologen begutachtet wird) von den Krankenkassen übernommen werden.



Kurze Zeitreise zurück zu deiner Diagnose vor 5 Jahren. Wie lief das alles ab? Kamst du direkt in eine spezielle Diabetesklinik oder, wie ich damals, in ein ganz normales Krankenhaus? Wie schätzt du das Schulungsangebot in Österreich ein bzw. nimmst du solche Angebote wahr?

Als ich meine Diagnose damals mit 14 Jahren vor 6 Jahren bekommen habe, bin ich mit meinen Eltern auf den Rat einer befreundeten Oberärztin ins Krankenhaus auf die Kinder- & Jugendambulanz gefahren. Das ging dort eigentlich super schnell: Blutabnahme, Blutzucker- & Urintest und mit über 1200 mg/dl stand dann gleich fest, dass ich Typ 1 Diabetes habe und meine Blutzuckerdiva von nun an mein Partner in Crime sein würde. Zwar kann ich nicht für jedes Krankenhaus und jeden Arzt sprechen, aber bei meiner damaligen und jetzigen Ambulanz ist das Schulungsangebot sehr gut und ich fühle mich dort bestens aufgehoben. Die Ärzte und das Team sind total kompetent, kennen sich bestens mit der neuesten Technologie & den Systemen aus und beraten einen sehr gut, wenn man mal ein bisschen ansteht oder nicht ganz weiterweiß.

Du bloggst ja ebenfalls und bist auch auf Instagram ziemlich aktiv. Gibt es in deinem Land eine große „Diabetes-Blogger-Szene“ oder ordnest du dich da eher international ein?

In Österreich ist die Diabetes-Blogger-Szene ziemlich klein. Allerdings haben wir hier ein paar tolle Stammtische, wo man sich gut miteinander vernetzen kann und sich austauschen kann. Auf Instagram ordne ich mich da eher international ein, unter anderem schreibe ich auch für Beyond Type 1 & Lyfebulb und bin T1International. Das liebe ich auch an Instagram, dass die Community hier weltweit zuhause ist und du Leute und Freunde findest, die dasselbe durchmachen und einen verstehen, obwohl sie auf einem ganz anderen Kontinent leben.



Vielen Dank für das Interview! Gibt es noch etwas, was du den Lesern in Sachen Diabetes mit auf den Weg geben möchtest? 😊

Gerne! Danke, dass ich bei deinem Projekt etwas dazu beitragen durfte! 🙂

Und was ich den Lesern gerne mitgeben möchte, dass man sich niemals von Typ 1 Diabetes unterkriegen lassen soll und stolz auf sich und die tägliche Leistung die man erbringen muss, um die Diabetes Diva unter Kontrolle zu bringen, sein soll. Und natürlich Stay Diabadass! 😉


 

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