Tätowieren statt Microblading: Meine Augenbrauen

Tätowieren statt Microblading: Meine Augenbrauen

Meine Augenbrauen waren seit jeher für mich ein leidiges Thema – oder zumindest seit ich ernsthaft begonnen habe, mich mit dem Thema MakeUp auseinanderzusetzen. Und das war früh. Und viel. Ich liebe MakeUp. Umso unschöner, dass mich die Natur aus unerfindlichen Gründen mit kaum sichtbaren, nicht sehr dichten, hellblonden Augenbrauen gestraft hat, bei denen auch Färben nichts nutzte – und das trotz dunkelbrauner Naturhaarfarbe! Seit über 10 Jahren habe ich mir also jeden Morgen aufs neue brav die Augenbrauen aufgepinselt, komplett „ohne“ aus dem Haus zu gehen stand für mich gar nicht zur Diskussion.

Stellt euch das mal ohne Augenbrauen vor. Gruselig.

Die Lösung hätte sehr einfach sein können: Microblading, eine Art des Permanent MakeUps. Dabei werden per Hand mit einer Art Stift, an der sterile Nadeln angebracht sind, die Härchen quasi einzeln „gezeichnet“ und unter die Haut gebracht.

Warum bin ich also nicht schon viel früher zum nächsten Kosmetiksalon, der Permanent MakeUp und Microblading anbietet, gestiefelt? Nun, es gibt sicher auch in diesem Bereich einige Damen, die ihr Handwerk gut beherrschen – aber für mich überwiegen nach wie vor die negativen Aspekte, die da wären…

  • Beim Microblading werden die Pigmente „per Hand“ unter die Haut gebracht – die Kosmetikerin muss die Tiefe, mit der die Nadeln in die Haut eindringen, selbstständig regeln. Dies führt dazu, dass die Haut oft zu tief eingeritzt wird, viel zu stark blutet und die Farbe wieder ausgeschwemmt wird. Beim Permanent MakeUp wird ein Pigmentiergerät verwendet, mit dem noch weniger fein gearbeitet werden kann.
  • Es wird meist eine Betäubung verwendet, welche die Haut aufschwemmt und somit das Ergebnis verfälscht.
  • Es muss immer nach ungefähr 4 Wochen nachgearbeitet werden, weil die Farbe nicht richtig unter die Haut gelangen kann.
  • Kosmetikfarben sind deutlich (!) weniger haltbar als Tattoofarben – nach spätestens 1.5 bis 2 Jahren sind die Augenbrauen wieder verschwunden. Die extrem hohen Kosten fallen also erneut an.
  • Bei eher fettiger Haut verschwimmen die Linien beim Microblading schneller.
  • Microblading und Permanent MakeUp wird oft in dubiosen Wochenendkursen oder innerhalb weniger Tage gelehrt. Wie erfolgreich die jeweilige Teilnehmerin war, kann danach ja keiner mehr nachweisen – und möchtet ihr jemanden an euer Gesicht lassen, der das alles im Crashkurs gelernt hat? Ich nicht.
  • Ich kenne einfach zu viele Leute, bei denen das gehörig schief ging 😀

Bei einer Kosmetikerin die Augenbrauen machen zu lassen, fiel also eindeutig raus – viel zu viele negative Punkte sprachen für mich dagegen. Die Rettung kam in Gestalt von Cira Las Vegas. 😀

Cira ist Tätowiererin in Mönchengladbach und sticht seit Jahren Portraits und andere Motive, die feinste Linien enthalten – ich verfolge ihre Arbeiten schon seit Jahren über Facebook. Und plötzlich war da eine Ankündigung, dass sie nun auch Augenbrauen tätowiert: Mit der Tätowiermaschine. Ich sah mir die Augenbrauen, die sie gestochen hatte laaange Zeit an… Und als ich nach über einem Jahr keine einzige von ihr gestochene Augenbraue gesehen hatte, die mir nicht gefiel, fasste ich den Entschluss, das jetzt auch endlich zu machen. Schöner würden meine Augenbrauen ja eh nicht mehr werden.

Ich ergatterte also bei der vierteljährlichen Terminvergabe mit viel Schnelligkeit, Zittern und sicher auch einer Portion Glück einen Termin für den November 2016. Und ich glaube, ich war noch nie so aufgeregt vor einem Tattoo, nicht mal vor meinem allerersten damals 😀

Bei Cira werden die Augenbrauen mit der Tätowiermaschine gestochen, was ein viel präziseres Arbeiten erlaubt, als es bei dieser Microblading-Geschichte jemals möglich wäre. Zudem halten Tattoofarben wie bereits erwähnt nun mal besser und bei der richtigen Pflege werde ich hoffentlich mein Leben lang etwas von meinen Augenbrauen haben 😉 Auch Cira sticht keine „Block-Augenbrauen“, sondern feine Härchen, bei denen wirklich kaum auffällt, dass sie nicht echt sind.

Vorher – Nachher!

Der ganze Termin hat ungefähr 2 Stunden gedauert, von denen ein Großteil fürs perfekte Anzeichnen und etwas entspanntes Quatschen drauf ging. Das Stechen der Härchen wird grundsätzlich ohne Betäubung gemacht und hat insgesamt auf keinen Fall länger als 10 – 15 Minuten gedauert. Zum Schmerz sage ich mal nicht allzu viel – ich lebe noch, aber es fühlt sich an, wie sich eine Tätowiermaschine direkt im Gesicht eben anfühlt 😀 Es ist aber definitiv gut auszuhalten und man muss weder Weinen, noch Schreien – und wenn alles überstanden ist und man das erste mal in den Spiegel schaut, ist es ungefähr so, wie alle immer von einer Geburt reden: Der Schmerz ist sofort vergessen und die Glücksgefühle überwiegen 😉

Die Abheilung verlief unkompliziert, mittlerweile sind 4 Wochen seit dem Stechen vergangen und ich habe mich an meine übliche Pflege gehalten. Die ersten Tage war alles etwas angeschwollen und verlaufen, aber mittlerweile sieht man die einzelnen gestochenen Härchen sehr gut und ich bin einfach nur wahnsinnig froh, es gemacht zu haben! Es hat mir wirklich ein groooßes Stück Lebensqualität gegeben, ich kann ungeschminkt aus dem Haus gehen, muss mir beim Schwimmen oder Schwitzen im Sommer keine Gedanken mehr machen und, ganz wichtig: Ich kann morgens länger schlafen. 😉

Abgeheilt!

Alle Infos zu Ciras Augenbrauen findet ihr auf ihrer Facebookseite in dem Album „Eyebrows“ oder auf ihrer Homepage!

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